Chinesische Lebenspsychologie

Die chinesische Lebenspsychologie hat eine lange Tradition und zwei Schwerpunkte:

1, Das Natur-Hirn (Subkortex) zu kräftigen, um naturgemäße psychosomatische Vorgänge in Gang zu setzen. Dieser Punkt ist zielgerichtet auf das Entfalten der inneren Lebensaktivitäten, Beleben des Innenlebens, Erwecken des Lebensbewusstseins, und Erreichen der psychosomatischen Gesundheit.

2, Die thalamische-kortikale Zusammenarbeit zu befähigen, um unsere Psyche zu vervollständigen. Dieser Punkt bezieht sich auf den wahren Sinn des Lebens, die Glückseligkeit und Spiritualität.

Infolgedessen wird diese psychische Richtung heute als „Lebenspsychologie“ bezeichnet, weil sie sich nicht nur mit dem üblichen psychischen Modell des Denken-Verhaltens beschäftigt, sondern hier die Förderung des sinnvollen Lebens und das Beseelen der ganzheitlichen Psyche angestrebt wird. Darüber haben chinesische Weisen im alten China viele niveauvolle Anweisungen niedergeschrieben und dazu passende bewährte Eigeninitiativ-Verfahren geschaffen und dokumentiert. Diese chinesische psychische Richtung ergänzt sich gut mit der westlichen Psychologie und gilt als die Ursachenlösung bei zahlreichen psychischen Problemen.

Der Mensch als Ganzes wird von unterschiedlichen Zentren, nämlich Mensch-Hirn, Natur-Hirn und Organ-Hirn angetrieben und gesteuert. Das Mensch-Hirn (Neokortex) ist der Sitz der Gedanken und für gesellschaftliche Angelegenheiten zuständig. Das Natur-Hirn ist die Residenz der Gefühlswelt und veranlasst die zahlreichen inneren naturgemäßen psychosomatischen Vorgänge. Diese unterschiedlichen Zentren müssen aufeinander abgestimmt zusammenarbeiten. Denn nur dann können sowohl das Gedanken-Verhalten, als auch die Gemütsbewegung und das Innenleben einwandfrei und harmonisierend funktionieren. Leider ist die Zusammenwirkung von Gedanken und Gefühlswelt völlig zusammen gebrochen und bildet daher die tiefliegende Ursache bei zahlreichen psychischen Beschwerden. Um diese Zusammenarbeit effektiv zu verbessern, brauchen wir chinesische Lebenspsychologie als Orientierungshilfe und die dazu gehörenden Eigeninitiativ-Naturheilverfahren wie z.B. Lyrisches Wandern, das als der Zugang zum Natur-Hirn gilt und Meridian Dao Yin-Übungen für die tägliche Praxis.

Die chinesische Psychologie hatte sich bereits im alten China zu einer Blüte entwickelt und den Schwerpunkt auf die tiefe Ebene unserer Psyche bzw. das Innenleben und die Gefühlswelt gelegt. Vor 4.000 Jahren wurde bereits im Werk „I Ging (Das Buch der Wandlung)“ geschrieben:

„Menschen sollen gesetzmäßige Veränderungen der Umwelt gründlich erfassen und die darauf reagierenden Lebenszentren zur vollen Geltung bringen, um das Leben zu optimieren“.

Durch Naturwissenschaften haben wir viel über die gesetzmäßigen Veränderungen der Umwelt kennengelernt und mehr oder weniger begriffen. Allerdings wissen wir immer noch zu wenig über das vollständige Zusammenspiel unserer Lebenszentren und unserer psychosomatischen Aktivitäten. Geschweige denn wissen wir, wie wir unser Leben und Innenleben aktivieren und optimieren. Daher hat die chinesische Lebenspsychologie ihre Aufgabe darin, das Lebensbewusstsein zu verstärken, das Innenleben mit der schönen Natur zu erfüllen, den wahren Sinn des Lebens zu begreifen und erfrischende Antriebskräfte frei zu setzen. Damit wir ein gesundes, sinnvolles und glückliches Leben erreichen können. Es gibt heutzutage viele Schulen im Bereich der Psychologie. Zum Beispiel:

- Die sich aus der Analyse von Patienten begründete Psychologie des Sigmund Freud.
- Die auf Beobachtung begründete Behaviorismus-Psychologie von John Broadus Watson.
- Die sich auf soziale Menschen beziehende Humanistische-Psychologie von Abraham Maslow.

Im Unterschied zu obiger westlicher Psychologie schenkt die chinesische Psychologie ihre Aufmerksamkeit dem Beleben des Natur-Hirns und optimalen Zusammenwirken von Neokortex (Mensch-Hirn) und Subkortex (Natur-Hirn). Das Natur-Hirn ist ein in/mit der Natur aufgebautes uraltes zentrales Nervensystem. Im Gegensatz zur westlichen Psychologie hat die chinesische Psychologie in starkem Maße zum ganzheitlichen Zusammenspiel aller Schaltstellen und Zentren beigetragen. Nach der chinesischen Lebenspsychologie ist das Natur-Hirn (Subkortex) das wichtigste Lebenszentrum für unsere Existenz und hat zahlreiche Verbindungen zu allen Schaltstellen und Hirnstrukturen. Der einzige Zugang zum Natur-Hirn ist der adäquate Reiz der schönen Natur. Damit haben chinesische Weisen und Dichter viele erfolgreiche Erfahrungen gemacht und darüber ihr praktisches Wissen uns in Form von Berg-Wasser-Gedichten übermittelt. In meinem Werk „Lyrisches Wandern – Wege zum ganzheitlichen Wohlbefinden“ habe ich ausgewählte wunderschöne Berg-Wasser-Gedichte übersetzt und deren Bedeutung erläutert. Durch diese leicht lesbare schöne Übersetzung der chinesischen Natur-Lyrik und die umfangreichen Interpretationen können auch wir modernen Menschen dieses alte Wissen nutzen. Und die dahinter liegenden lebensphilosophischen und psychischen Konzepte für ein sinnvolles und glückliches Leben erfassen und unsere innere psychosomatische Harmonie wieder herstellen.

Mehr Information über chinesische Lebenspsychologie erfahren Sie in meinen Büchern:

„Lyrisches Wandern – Wege zum ganzheitlichen Wohlbefinden“ 2015 (zweite Auflage)
„Lyrisches Wandern – Zugang zum glückseligen Leben“ (erscheint Mai 2019)